zum Hauptinhalt

Barfüßig lagern sie auf dem Bühnenboden - der Tänzer und sein Tabla-Spieler. Silben sirren durch den Raum, eine Musiksprache mit Vokalen und Konsonanten, ein Gedächtnis der Rhythmen.

Von Ulrich Amling

Wenn ein japanischer, an der westlichen Avantgarde geschulter Komponist es unternimmt, mit europäischen Instrumenten dem Farbauftrag konkreter Malerei nachzuspüren, erwartet man eine Reise ins Innere der Klänge, das Weiten der Einzel-Töne zu komplexen Klanggestalten, wie sie der asiatischen Musik eigen sind. Jo Kondo enttäuscht solche Klischees.

Von Volker Straebel

Die schönste Oper Giuseppe Verdis sei sein "Requiem", werden Verehrer wie Feinde des großen Italieners bis heute nicht müde zu behaupten. Dem Publikumszuspruch nach auch die beliebteste: Vor dem Schauspielhaus recken sich dem hineineilenden Besucher Hilfe suchende "Suche Karte"-Hände entgegen, der Große Saal ist bis auf den letzten Stehplatz gefüllt.

Von Isabel Herzfeld

Sie schleichen auf die Bühne als würden sie einen muffigen Probenkeller betreten: hängende Schultern, verschlossene Minen, die Instrumente checken und los. Ohrenbetäubender Lärm, zwei Schlagzeuger bearbeiten Becken und Trommeln, und sobald die zwei Bassisten ihre Saiten berühren, dröhnt ein tiefes verzerrtes Gegrummel durch das volle ColumbiaFritz.

Von Kai Müller

Ob mit Musik oder ohne (wie zuletzt in Frankfurt/Main), ob mit vier Regisseuren (wie jüngst in Stuttgart) oder an vier aufeinander folgenden Tagen (wie jetzt in Meiningen): Wagners "Ring" hat Konjunktur. Und mit ihm sein Schöpfer, dieser Quälgeist und Ex-Revoluzzer: Erst mit Bakunin auf den Barrikaden, dann die ganze Welt als Gesamtkunstwerk.

Wege der Musikgeschichte: Am 11. März 1829 findet die legendäre Wiederaufführung der Matthäus-Passion in der neuen, nach Schinkels Plänen erbauten Berliner Singakademie statt.

Von Sybill Mahlke

Das julianische Jahr hat 365 Tage und sechs Stunden, genau 12 Minuten zu viel, so die Astronomen. In 1600 Jahren war die Differenz auf zehn Tage gewachsen.

Berliner Geschichte, und ein paar Jahrhunderte währt sie ja nun doch, erledigt das Theater im Palais ohne gelehrte Anstrengung in knapp zwei Stunden. Bevor es "Mit der Hand übern Alexanderplatz" (nach dem Lied von Franz Mehring und Friedrich Hollaender) geht, wird dem geneigten Publikum für den "Spaziergang" durch die Zeiten eine wohlabgewogene Portion Bildung verabreicht.

Von Christoph Funke
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })