Letzten Samstag in einem Club in Mitte, nachts um halb zwei. Vor der Damentoilette hat sich eine Schlange gebildet.
Alle Artikel in „Kultur“ vom 19.04.2001
Der Produzent entscheidet, ob und wie ein Film gemacht wird. Sagt er Go, dann sieht die Zukunft für die Filmeschaffenden rosig aus.
"Ich komme aus England", sagt der kleine Robert und hüpft in die Höhe. Sechs Jahre ist er alt, und Dutzende heller Pusteln bedecken seine schwarze Haut.
Die Bundesregierung wird voraussichtlich am 13. Juni über die Finanzierung der geplanten Bundeskulturstiftung entscheiden.
Kennen Sie den Berliner Cha-Cha-Cha, den Modetanz der hauptstädtischen Kulturpolitik? Der Grundschritt ist ganz einfach: Seit-Seit-Rück-Ran.
Die Einigung im Rechtsstreit um die Medikamente bedeutet für Millionen aidskranker Südafrikaner Hoffnung, aber keine Heilung. Denn die Medikamente sind lebenserhaltend, können aber nicht wieder gesund machen.
Hoch gelobt und preisgekrönt, aber "von amtswegen als geistigbehindert eingestuft": das "Theater RambaZamba der Sonnenuhr". Neben eigenwilligen Interpretationen dramatischer Brocken wie "Endspiel" oder "Woy-zeck(en)" pusten die ungebremst spielwütigen Akteure auch Federleichtes unters Volk.
Er gilt als einer der besten Gitarristen Europas. Als er vor Jahren bei seinen Weihnachtskonzerten in der Passionskirche noch allein spielte, kamen viele, um "Zigeunermusik" zu hören.
Französische Musik ist der schwache Punkt aller Berliner Orchester: Da spielen sie eben noch ganz wunderbar Brahms und versagen gleich darauf, wenn sie den leichten Ton von Debussy, Roussel oder Poulenc treffen sollen. Hilft nur, diese Werke öfter zu spielen.
Ein klug aufgebautes Programm, ein attraktiver Solist - wieder einmal versprach der Auftritt von Jac van Steen mit seinem Neuen Berliner Kammerorchester den Genuss exquisiter Spezialitäten. Und nun das: die Absage des erkrankten Reinhold Friedrich raubte dem Abend im Schauspielhaus die Substanz.
Als die Manic Street Preachers in Havanna die Premiere ihres neuen Albums "Know your Enemy" feierten, soll Nicky Wire dem Zuschauer Fidel Castro vorab eine Warnung erteilt haben: es könnte laut werden. Der 74-jährige Regent, verschmitzt und krisenfest, habe dem Bassisten darauf entgegnet, dass Musik nicht lauter sein könne als Krieg.
Die Veranstaltung "Du hast fertig" wendet sich, um Missverständnissen vorzubeugen, nicht nur an Trappatoni-Verehrer. In erster Linie dürfen sich Fans des "Trainspotting"-Autors Irvine Welsh angesprochen fühlen: Der hat unter besagtem Titel ein Drama über gedachte und vollzogene Gewalt geschrieben, das die Truppe RedArt aus Münster als Film-Theater-Projekt inszeniert.
Zackie Achmat hält seinen Jubel kaum zurück: "Das ist ein wirklicher Triumph Davids über Goliath", sagt der Sprecher der führenden südafrikanischen Aidshilfeorganisation, Treatment Action Campaign. Im Streit um billige Aids-Medikamente in Südafrika hatte die mächtige internationale Pharmaindustrie am Donnerstag völlig überraschend nachgegeben und ihre Klage gegen den Staat Südafrika zurückgezogen.
Der Rest der Welt hat sich noch kaum von dem in den Niederlanden verabschiedeten Gesetz, in dem die Sterbehilfe legalisiert wird, erholt, da sorgte Gesundheitsministerin Els Borst am Osterwochenende schon für eine neue Sensation. In einem Interview im "NRC Handelsblad" stellte sie mit Bedauern fest, dass das neue Gesetz hoch betagten Menschen, die des Lebens müde sind, keine Erleichterung biete.
Knüppelharte Grooves, verzerrte Gitarrenriffs, kreischende Soli, ohrenbetäube Verbalattacken, kurz: Harter, dreckiger Gitarrenrock internationaler Güteklasse, das war früher das Markenzeichen von Blackmail. Amerikanischen Vorbildern wie Helmet, Korn oder Primus qualitativ ebenbürtig, rockten sich die vier Koblenzer in die nationale Gitarrenelite vor.
Ein trauriger Anblick: Die verstaubten Gardinen sind zugezogen, die Jalousien heruntergelassen. In den Gärten wuchert Gestrüpp und an rostigen Fahnenstangen flattern ausgefranste Flaggen.
Auf alten Steinplatten ein Sammelsurium von Kneipentischen und Stühlen. Ihr speckiger Glanz verrät: Hier haben Generationen gesessen.
Am kommenden Montag wird Franz Xaver Ohnesorg seinen Vertrag als Intendant der Berliner Philharmoniker ab Herbst 2001 unterzeichnen. Ob der designierte Abbado-Nachfolger Simon Rattle wie geplant 2002 in Berlin beginnen kann, steht dagegen erneut in Frage.
In seinem letzten Buch "Enter the Fox" beschreibt Simon Gray eine Bootsreise auf der Themse nach Greenwich, wo ein Theaterpreis verliehen wird. Der Preisträger ist noch unbekannt: "Nach so vielen Jahren im Geschäft hat man eine Nase für diese Dinge.
Wie viel machen zwei mal zwei mit Kleinkunstpreisen ausgezeichnete Duos, die zusammen auf der Bühne stehen? Ein Quartett, meinen Sie.