Bei Galeristen ist bekannt, dass einige der großen und kleinen Stars, die in den letzten Jahren von Berlin aus reüssiert haben - Monica Bonvicini, Heike Baranowsky, Martin Dörbaum, Maria Eichhorn, Gunda Förster, Johannes Kahrs, Robert Lucander, Manfred Pernice e tutti quanti - an der Hochschule der Künste studierten. Über Anteile an ihrem Erfolg gehen die Urteile auseinander.
Alle Artikel in „Kultur“ vom 13.04.2001
Berlin ist klamm. Dass beim Weiterbau der Museumsinsel Verzögerungen drohen, weil es mit der Finanzierung hakt - wie zum wiederholten Mal behauptet und sogleich dementiert wurde -, kann folglich nicht überraschen.
Keine Sorge, es soll hier nicht von den üblen Anwürfen die Rede sein, die Ihre Kollegin Maren Kroymann unlängst über Sie verbreitet hat! Nichts davon, werte Frau Berben, dass Ihre natürliche Brillanz womöglich unnatürlicher Herkunft sein könnte und Sie, so eine Sonntagszeitung, "Schönheitslügen" verbreiteten.
"Jede Black Box ist innen weiß" lautet die Behauptung von Matthias Lengner auf dem in der Berliner Galerie Wellerdieck ausliegenden Thesenpapier. Nur nachprüfen lässt es sich nicht.
Ideen zur Finanzierung von Ausstellungen blühen allerorten: Eine erfolgreiche Versteigerung mit zeitgenössischer Kunst vermeldet der Frankfurter Kunstverein, Anklang fand auch das Modell der Nachbarinstitution Portikus: Für nur 1000 Mark können hier von teilweise international bekannten Künstlern gestaltete "Genussscheine" erworben werden. Man kauft aber gewissermaßen die Katze im Sack - Die Zuteilung erfolgt per Zufall.
Damals waren sie richtige Stars, die Jungs von "Dynamo Kiew". Umjubelt von Fans, argwöhnisch hofiert von der Staatsmacht, umworben auch vom Rest der Sportwelt, die den Stürmer Oleg Blochin 1975 - gegen Johan Cruyff und Franz Beckenbauer!
Wer sich resigniert von der Bühnenkunst abgewendet hat, sollte unbedingt am "Sitzen in Hamburg" teilnehmen! Mit ihrer modernen Variation von Tschechows "Drei Schwestern" dürften die junge Regisseurin Christiane Pohle und ihre vier Schauspielerinnen vom Theater Laborlavache jeden Abtrünnigen mühelos fürs Theater zurückgewinnen!
Immer neue Attraktionen bietet die Schlösserlandschaft von Potsdam. Seit dem vergangenen Wochenende ist der Belvedere auf dem Pfingstberg wieder zugänglich - ein Zeugnis der Lust an Hügeln und Hängen, die die Hohenzollern auszeichnet.
Bei einem Weißwurst-Frühstück, so die Fama, erwachte die Liebe des brasilianischen Jazztrompeters Claudio Roditi zur bayerischen Volksmusik. Kunststück - Gastgeber war Franz Himpsl, Chef der "Unterbiberger Hofmusik".
Es ist die Zeit der Entflechtungskünstler. Die Ministerpräsidenten der Länder setzen in der gerade anlaufenden Kompetenzdebatte - europäisch wie national - auf mehr Klarheit bei den Zuständigkeiten.
Ex-CDU-Chef Schäuble soll als Beauftragter des Bundeskanzlers in den geplanten Verfassungskonvent der Europäischen Union entsandt werden. Wie der "Spiegel" berichtet, könnte Schäuble auch für den Vorsitz nominiert werden.
Es gibt ja Leute, die leben nur im hier und jetzt. Geschichte ist denen olle Kamelle, weil von früher.
Isabel Tuengerthal gehört zur Fraktion jener Chanteusen, die sich weder am Berlin der zwanziger Jahre noch am frankophilen Padam-Padam-Pathos orientieren. Mit TripHop-Wassern gewaschen, tritt sie an, das Publikum in einen "Tiefenrausch" der Texte und Töne zu versetzen.
Ein Talent für öffentlichkeitswirksame Auftritte kann man der deutschen Verbraucherschutzministerin Renate Künast nicht absprechen. Beim Treffen mit ihren EU-Amtskollegen im schwedischen Jämtland waren es einmal nicht Rollerblades, sondern ein Sulky, der ihr als Fortbewegungsmittel diente.
Kaum ein Schriftsteller liebte Berlin so wie Martin Kessel, keiner lebte dort aber so zurückgezogen wie er. Selbst inmitten der Wilmersdorfer Künstlerkolonie rund um den Breitenbachplatz blieb er für sich.
Der Mann Tobt. Gerade ist er mit dem Taxi vor dem "International Inn" vorgefahren, einen großen, braunen Briefumschlag in der Hand, da tritt er schon gegen das Auto und drischt auf den wütenden Fahrer und einen hinzugeeilten Kollegen ein.
Meine Mutter, Jahrgang 1931, hat acht Geschwister; mein Vater, Jahrgang 1930, hat dreizehn Brüder und Schwestern. Manche habe ich nie kennen gelernt - der Krieg -, viele lange nicht gesehen.